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Période coloniale

Naturreligion bei Goethe und den Afrikanern (Colloque international sur Goethe)

AHADJI Amétépé Yawovi
(Etudes Germaniques)


In Patrimoines n°9, Lomé 2000, pp. 43-56.

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Einleitung

Wie über sein umfangreiches, weltweit wirkendes Werk, so ist auch viel über Goethe geschrieben worden. In biographischer Hinsicht wird wohl nichts Neues entdeckt. Man hat den Eindruck, daß „Tout est dit sur Goethe“. Jedes Jahrhundert, jeder Kontinent, jeder Mensch hat einen Platz in seinem Werk und fühlt sich von dem einen oder anderen Aspekt dieses Schaffens Goethes betroffen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist die religiöse Frage, die in vielen Werken Goethes zu spüren ist, zur Auseinandersetzung und zum Streitpunkt bei den deutschen Schriftstellern geworden. Die Religiosität Goethes, sein tiefster Gottesglaube wurde von den einen als Ausdruck eines pantheistischen Allgefühls, als eine reine Naturreligion bezeichnet. Die anderen betrachteten Goethes Religionsgefühl als einen werdenden Prozeß, in dem Gott in der Natur und die Natur in Gott zu entdecken war. Goethe selbst behauptete, der Glaube an Gott sei die Basis seiner künstlerischen Produktion. Da der Afrikaner auch ein tief religiöses Wesen ist und bleiben wird, möchten wir mit dieser Studie im Rahmen der interkulturellen Germanistik die Konzeption und die Tragweite der Naturreligion bei einem Rationalisten und Naturforscher wie Goethe zeigen und dann eine Parallele mit der Religiosität des Afrikaners herstellen, die von Europäern als Animismus, Fetischismus oder Heidentum bezeichnet wurde.


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